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Das KI-Briefing

Ausgabe 6/2025

Kurzmeldungen

Am 5. September wurde in Jülich der Supercomputer JUPITER eingeweiht. Das Pilotprojekt ist einer der vier schnellsten Rechner der Welt und soll neue Möglichkeiten zum Training größerer KI-Modelle eröffnen.

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Das Institut für angewandte Arbeitswissenschaften (ifaa) hat eine kostenlose Arbeitshilfe zur Einführung von KI-Anwendungen in Unternehmen veröffentlicht, die es Unternehmen erleichtern soll, KI-Anwendungen bedarfsgerecht einzusetzen.

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JUPITER stärkt die europäische Trainingsinfrastruktur und damit langfristig die Auswahl an souveränen Modellalternativen. Praktisch unmittelbarer ist die ifaa-Arbeitshilfe: Sie senkt für Mittelständler die Einstiegshürde, KI-Einführung als geordnetes Projekt aufzusetzen.

KI und Gesellschaft

Die am 9. September veröffentlichte FOM-Sommerstudie der FOM Hochschule für Ökonomie und Management zeigt große Unterschiede in der Akzeptanz und dem Vertrauen zu KI zwischen verschiedenen Altersgruppen auf. Im Rahmen der Studie wurden knapp 7.000 Personen aus verschiedensten Hintergründen befragt. Zentrale Ergebnisse: Subjektive Sicherheit im Umgang mit KI nimmt mit aufsteigendem Alter ab.

Während sich bei den 12-27-Jährigen 69 % der Befragten sicher im Umgang mit KI fühlen, sind es bei den 28-43-Jährigen nur 52 % und bei den 44-59-Jährigen nur noch 26 %. Dieser Trend setzt sich bei der KI-Nutzung fort. Sowohl im Alltag als auch im beruflichen Kontext nutzen jüngere Befragte deutlich öfter KI-Anwendungen als ältere Befragte.

Der gleiche Trend zeigt sich auf beim Vertrauen in die Arbeitsergebnisse der KI. Während bei den 12-27-Jährigen mehr als die Hälfte auf die KI-Ergebnisse vertraut, sind es bei den 28-43-Jährigen knapp unter der Hälfte und bei den 44-59-Jährigen nur rund 38 %.

Dieses Bild einer nach Generationen gestaffelten KI-Akzeptanz ist für Unternehmen insoweit interessant, als dass gezielter auf etwaige Zielgruppen und ihre Bedenken zugegangen werden kann.

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Die Altersschere der FOM-Studie ist für Arbeitgeber relevanter als für Anbieter: Belegschaften altern, und Akzeptanz lässt sich nicht verordnen. Generationenübergreifende Schulungsformate, die Vorbehalte ernst nehmen, sind der belastbarste Hebel gegen eine gespaltene Belegschaft.

KI und Arbeit

Ein Ende August veröffentlichter Bericht des MIT (Massachusetts Institute of Technology), für den mehr als 300 KI-Initiativen untersucht, Interviews mit Repräsentanten von über 50 Unternehmen geführt und über 150 Führungskräfte befragt wurden, zeigt erhebliche Probleme bei der KI-Transformation in Unternehmen auf.

Demnach zahlen sich 95 % der Investitionen nicht aus, was auf Fehler bei der Umsetzung und dem Investitionsverhalten zurückzuführen ist. Zentrale Ergebnisse: Mangelnde Integration: KI-Anwendungen werden nicht richtig in den Arbeitsablauf integriert, sodass die Anwendung umständlich ist und auch keine passenden Ergebnisse geliefert werden.

Gleichzeitig sind die Anwendungen häufig zu simpel, insbesondere weisen sie kein ausreichendes Lernverhalten auf. . Einheitsansatz: Unternehmen setzen häufig auf generische Anwendungen statt auf marktverändernde Innovation. Es werden häufig einfache Chatbots genutzt, statt Sonderlösungen zu entwickeln, die auf die speziellen Anforderungen besser passen würden.

Falsche Anwendungsbereiche: Demnach werden häufig KI-Tools im Bereich des Kundenkontakts und der kreativen und produzierenden Tätigkeit, wie im Marketing oder der Erbringung von Dienstleistungen, genutzt. Die größten Einsparungen verspricht KI aber derzeit in den internen Bereichen wie Verwaltung oder Buchhaltung, wo nicht Kreativität, sondern System und Analytik gefragt sind.

Unternehmen wie die können aus diesen Punkten Schlüsse für die eigene KI- Transformation ziehen und Investitionen, die kein Potenzial haben, von vorneherein vermeiden. Es zeigt sich der Mehrwert einer detaillierten und nutzenorientierten Analyse der Einsatzmöglichkeiten von KI.

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Trotz der angesprochenen Probleme bei der Rentabilität von KI-Investitionen zeigt sich ein klarer Trend hin zur Adaption von künstlicher Intelligenz in Unternehmen. Dies ergibt sich aus einer repräsentativen Befragung von 600 Unternehmen in Deutschland ab einer Größe von 20 Beschäftigten durch den Digitalverband Bitkom, deren Ergebnisse am 15. September veröffentlicht wurden.

Zentrale Ergebnisse: 36 % der Unternehmen nutzen mittlerweile KI, 16 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 81 % der Unternehmen halten KI für die wichtigste Zukunftstechnologie, wobei 83 % der Unternehmen KI als Chance begreifen. In der Folge wollen 29 % der Unternehmen ihre KI-Investitionen erhöhen.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt rechnen 20 % der Unternehmen mit weniger Beschäftigung durch KI, 7 % rechnen mit einem Anstieg der Beschäftigten. Interessanterweise wird KI durch Unternehmen am meisten im Kundenkontakt (88 %) sowie Marketing und Kommunikation (je 57 %) eingesetzt. Also gerade in den Bereichen, in denen sich nach oben genanntem Bericht die Investition am wenigsten auszahlt.

Dies zeigt, dass ein allgemeiner Trend hin zur KI-Transformation in vollem Gange ist, sodass für Unternehmen im Wettbewerbsumfeld mit mehr und mehr KI-Einsatz zu rechnen ist.

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Ein Anfang September veröffentlichter Bericht des Fraunhofer-Institutes stellt die Sicht deutscher Industrieunternehmen auf die Zukunft industrieller Wertschöpfungssysteme dar und geht insbesondere auch auf die neue Rolle des Personals im Zusammenhang mit KI ein.

Zentrale Punkte: Zusammenarbeit mit KI: Statt selbst auszuführen oder zu kontrollieren, wird der Mensch mehr koordinieren, interpretieren und verantworten. . Neue Anforderungen für Mitarbeitende: Stärkerer Fokus auf persönliche Wissensgebiete, soziale Kompetenz und strategisches Denken. Neue Schwerpunkte: Die Fähigkeit, digitale Systeme sinnvoll mit Informationen zu versorgen, wird zu einer Schlüsselkompetenz.

Der Bericht zeigt, dass die Transformation zu KI nicht nur eine technologische, sondern auch eine personelle Herausforderung darstellt und zeigt auf, in welche Mitarbeiterkompetenzen Unternehmen investieren müssen.

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Eine im Zeitraum vom 30.04 bis zum 07.05.2025 vom Marktforschungsinstitut Appinio im Auftrag von Indeed durchgeführte Umfrage unter 500 Personen in Deutschland, die KI bei der Arbeit nutzen, deckt auf, welch erheblichen Einfluss die Unternehmenskultur auf mögliche Effizienzgewinne durch KI-Nutzung hat.

Zentrale Ergebnisse: Bei knapp 75 % der Befragten besteht ein Zeitgewinn durch die Nutzung von KI-Tools von maximal drei Stunden pro Woche. Dem steht eine Gruppe mit gut 17 % gegenüber, die wöchentlich zwischen drei und sechs Stunden einsparen, und rund 8 %, die sogar mehr als sechs Stunden pro Woche gewinnen.

In Unternehmen mit gelebter KI-Kultur, in denen die Nutzung also aktiv gefördert wird und ein offener Umgang mit KI gepflegt wird, wird wesentlich mehr Zeit gespart. Auch wird in diesen Unternehmen die gewonnene Zeit effizienter genutzt. Dies zeigt, dass der offene, kommunikative und fördernde Umgang mit KI im Unternehmen unerlässlich ist, um vorhandene Potentiale auch tatsächlich zu nutzen.

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Der MIT-Befund, dass die meisten KI-Initiativen keinen messbaren Ertrag liefern, ist kein Argument gegen KI, sondern gegen Einführung ohne Prozessbezug. Erfolgreiche Projekte starten beim Geschäftsproblem und integrieren tief in Arbeitsabläufe, genau diese Reihenfolge prüfen wir in jeder Evaluation zuerst.

KI und Healthcare

Erstmals wurde eine globale Studie zu Patientenmeinungen zu KI in der Medizin veröffentlicht. Im Rahmen der Studie von Busch, Hoffmann, Xu, et.al. wurden im Jahr 2023 knapp 14.000 Personen auf sechs Kontinenten befragt. Die Ergebnisse bestätigen im Wesentlichen die bereits im Briefing 4/2025 dargestellten Erkenntnisse, geben aber darüber hinaus detailliertere Einblicke.

Zentrale Ergebnisse: Diagnosen, die ausschließlich von KI getroffen werden, befürworten lediglich 4,4 % der Befragten. Allerdings gaben auch nur 6,6 % der Patienten an, den Einsatz von KI vollständig ulehnen. .

Das Vertrauen in die Technologie ist eher gering:  70,2 % der Befragten war es wichtig, dass die eingesetzte KI-Anwendung erklärbar ist und 72,9 % wünschen sich, dass die Entscheidungen weiter bei den Ärzten liegen. . Je schwerer die Erkrankung ist, desto negativer wird der KI-Einsatz gesehen. Dagegen wird der KI-Einsatz von gesünderen Patienten positiver beurteilt.

Zu berücksichtigen ist, dass der Befragungszeitraum bereits einige Zeit zurück liegt, und sich die Meinungen angesichts der technologischen Entwicklung geändert haben könnten. Zudem untersuchte die Studie das Vertrauen in die Technologieanwendungen, nicht - wie die in Briefing 5/2025 dargestellte Studie - das Vertrauen in die KI-nutzenden Ärzte.

Dennoch zeigt die Divergenz zwischen den Meinungen je nach Schwere des Krankheitsbildes auf, in welchen Bereichen derzeit höheres Potenzial für den KI-Einsatz liegt.

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Zwei im August veröffentliche Publikationen zeigen auf, wie durch KI-Anwendungen neue Potenziale eröffnet werden, und damit Behandlungsmöglichkeiten potenziell erheblich verbessert werden könnten.

Zentrale Entwicklungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Durch die Nutzung von KI-Auswertungen von Computertomographie (CT)-Daten soll eine individualisiertere und präzisere Diagnose möglich sein, weg von allgemeinen Risikofaktoren, hin zu individuellen Entscheidungen basierend auf tatsächlichen Veränderungen beim jeweiligen Patienten. .

Multiple Sklerose (MS): Hier wurden durch den Einsatz von KI-Anwendungen in der Datenanalyse Durchbrüche in der Forschung zum Krankheitsverlauf erzielt. Dies zeigt erhebliche Potenziale des KI-Einsatzes im medizinischen Sektor greifbar auf, sodass von weiteren Entwicklungen in diese Richtung auszugehen sein dürfte.

Für Unternehmen wie die ist es nützlich, derartige Entwicklungen im medizinischen Sektor im Blick zu behalten, um mögliche Bedürfnisse ihrer Kunden in Zukunft zu antizipieren.

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14.000 Patientenstimmen von sechs Kontinenten geben der Debatte erstmals eine globale Basis: Offenheit ja, aber mit klarer Erwartung ärztlicher Letztverantwortung. Einrichtungen sollten Patientenkommunikation zu KI-Einsatz aktiv gestalten, statt sie dem Beipackzettel zu überlassen.